Die Sinai-Halbinsel entstand etwa vor 20 Mio. Jahren. Die großen seismischen Veränderungen haben das Landschaftsbild geprägt. Der Sinai besteht zum größten Teil aus Steppe und Wüste mit einigen kleinen Oasen und ist mit seinen wildzerklüfteten Gebirgen und abgeschiedenen Tälern eine der beeindruckensten Landstriche Ägyptens. Er genoß schon zu pharaonischen Zeiten hohe religiöse Verehrung, denn hier so glaubte man, suchte Isis nach dem Leichnam des Osiris. Bereits in der 1.Dynastie wurde Kupfer im westlichen Sinai abgebaut und es gab immer wieder Feldzüge zu den aufständigen Beduinen. Außer Kupfer baute man im Sinai auch Malachit und Türkis ab und füllte damit die Schatzkammern der Pharaonen. Im Wadi Maghara fand man im Jahre 1868 und nach 1927 mehr als 30 in den Fels geritzte Dokumente, die sogenannten Sinai-Inschriften. Aus der Zeit des Alten Testamentes gibt es keine Dokumente. Seit dem 4. Jh. sind Pilgerfahrten auf dem Sinai belegt und zahlreiche christliche Einsiedler und Mönche ließen sich dort nieder. Sie wurden später immer wieder das Ziel blutiger Übergriffe durch die Sarazenen. Justinian ließ zu ihrem Schutz eine befestigte Klosteranlage in unmittelbarer Nähe zum "brennenden Dornenbusch" errichten. Zur Zeit der Kreuzzüge blieben die heiligen Stätten des Sinai weitgehend unbehelligt.

Es gibt viele Mögkichkeiten zum Sinai zu gelangen. Die schönste Variante ist die per Schiff. Die Überfahrt mit der Fähre dauert etwa acht Stunden. Mit ein bißchen Glück kann man unterwegs Delphine und Fliegende Fische sehen. Nach etlichen Stunden kann man Ras Muhammad, die Südspitze des Sinai, sehen. Schließlich legt das Schiff in Sharm el-Sheik an. Wer nicht auf den üblichen Touristentrubel steht, kann diese Stadt getrost umgehen.

Ras_Muhammad

 

Katharinenkloster

Der Weg zum Katharinenkloster führt durch wild zerklüftete Berglandschaften. Dort angekommen sollte man sich im zum Kloster gehörenden Hostel einmieten. Beeindruckend ist zunächst erst einmal die völlige Stille in den Bergen. Den Nachmittag kann man nutzen, die Gegend zu erkunden, da das Kloster nur von 10 bis 12 Uhr geöffnet ist. Für den nächtlichen Aufstieg zum Mosesberg sollte man sich warme Kleidung, eine Taschenlampe und evtl. einen Schlafsack mitnehmen.

Sinai

Den Aufstieg zum Mosesberg sollte man gegen 3 Uhr morgens beginnen, wenn man den Sonnenaufgang erleben möchte. Ein besonderes Erlebnis ist der Weg durch die nächtlichen Berge auf einem Kamel. Die letzte Etappe ( 700 Felsstufen ) muß man zu Fuß zurücklegen. Der Gipfel des Dschebel Musa ( 2285m ) ist für Christen, Moslems und Juden heilig, da Moses hier die Gebotstafeln von Gott empfangen haben soll. Nun beginnt das Warten auf den Sonnenaufgang . . . .

Kamel_am_Mosesberg

. . . . und dieser hat in der Tat etwas göttliches. Die Aussicht vom Gipfel auf die wilden, öden Berge ist großartig und ein einmaliges Erlebnis. Im Südwesten schaut man über die Berge bis zum Roten Meer und den Golf von Akaba. Auch wenn man sich schwer trennen kann, muß man irgendwann mit dem Abstieg beginnen. Interessant ist vor allem der Pilgerweg ( 2500 Stufen ) vorbei an der Eliaskapelle.

Unten angekommen kann man im Hostel frühstücken und später das Kloster besuchen. Dort leben etwa 80 Mönche und man sollte auf angemessene Kleidung achten. Besonders sehenswert ist die Kirche und die vielen Ikonen, sowie natürlich der “brennende Dornenbusch”. Das Beinhaus liegt außerhalb des Klosters. Es wird heute noch von Stephanos, der im 6. Jh. den Pilgern die Beichte abnahm, bewacht.

Das ist natürlich nur ein Reiseziel von vielen auf dem Sinai. Mehrtägige Kameltouren können auch sehr erlebnisreich sein. Auch hier gilt warme Kleidung mitnehmen, da es nachts sehr kalt werden kann. Die Eindrücke, die man in dieser Einsamkeit gewinnt, kann man schwer in Worte fassen. Weitere Anlaufstellen sind Dahab und Nuveiba, wo der Tourismus noch nicht die extremen Formen angenommen hat. Von Nuveiba aus gibt es auch eine Fähre nach Jordanien.

Stephanos